Kräuter,  Pflanzen

Der Räucherbrauch in der stillen Zeit

Die Tage rund um den Jahreswechsel, zwischen Wintersonnenwende und dem Dreikönigstag, bedeuten einen magischen Wendepunkt, einen Neuanfang. Sie galt früher als die stillste Zeit des Jahres, die man für Tätigkeiten in Haus und Hof nutzte. Bis heute haben die kurzen Tage und die langen Nächte zwischen den Jahren etwas Magisches an sich. Zu den Rauhnächten soll durch das Räuchern das Unheil fortgetragen werden. Nicht nur das, auch viele körperliche und seelische Beschwerden sollen sich in Rauch auflösen. Eine fast vergessene Tradition, die heute wieder lebendig wird. Wir Kräuterfeen möchten euch heute zeigen, wie man so ein Räucherwerk selbst herstellen kann.

Räuchern

Dem Thema wird oftmals eine falsche Bedeutung zugeschrieben. Man meint jedoch damit das Verglimmen getrockneter Pflanzen wie Blätter, Blüten, Samen, Holzstückchen, Rinden, Wurzeln oder Harzen auf einer Wärmquelle. Dabei lösen sich die eingeschlossenen ätherischen Öle und steigen mit dem Rauch auf.

Räucherzweck

Der wichtigste Räucherzweck war damals wie heute das Reinigen von Räumen. Überall dort, wo Menschen mit emotionsgeladenen Situationen in Berührung kommen, kann regelmäßigs Räuchern guttun. In ländlichen Gegenden, wie bei uns Kräuterfeen, werden nach wie vor Harze und Kräuter zu den Rauhnächten verräuchert, um Mensch und Tier vor Unheil zu bewahren. Doch nicht nur aus bloßem Aberglauben: Nein, das Räuchern von Pflanzen und Harzen war immer schon auch Heilmittel für Körper und Geist.

Die wichtigsten vier Rauhnächte sind:

  • 21./22. Dezember – Wintersonnenwende
  • 24./25. Dezember – Christnacht
  • 31. Dezember/ 1. Jänner – Altenjahrnacht
  • 5./6. Jänner – Perchtennacht

Räucherwerk selbst herstellen

Räuchermischungen lassen sich ganz einfach selbst herstellen. Generell gilt: Alles, woaraus man Tee macht, kann auch zum Räuchern verwendet werden. Sämtliche heimische Wild- und Heilkräuter sind geeignet. Ebenso auch Nadeln, Wurzeln, Rinden, Hölzer, Samen, Blüten – wichtig ist lediglich, dass die Zutaten getrochnet sind. Durch das Trocknen im Vorhinein entweicht die Feuchtigkeit aus der Pflanze das fürs Räuchern wertvolle ätherische Öl bleibt jedoch in reinster Form enthalten.

Rauhnachtssegen:

  • 1 Teil Weihrauchharz
  • 1 Teil Beifuß, 1 Teil Wacholdernadeln und 1 Teil Wacholderholz
  • 2 Teile gealtertes Fichtenharz
  • 1 Teil Nadeln von der Weißtanne
  • 1 Teil gealtertes Harz von der Waldkiefer
  • 2 Teile Königskerzenblüten
  • 1 Teil Misteln

Wirkung: Eine sehr tradionelle Rezeptur mit Pflanzen, die schützende Kräfte anziehen soll. Sie bietet sich für Hausräucherungen zum Schutz von Haus und Hof, für Reinigungsrituale und als Segensräucherung an.

Guter Schlaf:

  • 3 Teile Lavendelblüten
  • 2 Teile Kamillenblüten
  • 2 Teile Ringelblumenblüten
  • 1/2 Teil Baldrianwurzel
  • 3 Teile geraspeltes Zirbenholz
  • 1 Teil Tannennadeln
  • 1 Teil Myrrhe

Wirkung: Diese Mischung eignet sich für einen erholsamen Schlaf. Wir Kräuterfeen verwenden diese Mischung immer 15 Minuten kurz vor dem Zubettgehen. Sobald der Raum bedufet ist, wird die Flamme ausgelöscht.

Hier ein paar Zutaten mit den Wirkungen:

  1. Weihrauch: keimtötend, desinfizierend, wundheilend, zellerneuernd, antirheumatisch und stimmungsaufhellend.
  2. Rosmarin: reinigend, aphrodisierend, stärkt die Konzentration.
  3. Wacholderbeeren: besitzen abwehrsteigernde Kräfte und können in Grippezeiten helfen.
  4. Wacholderholz: desinfizierend, aufbauend, heilend und innerlich reinigend.
  5. Mädesüß: sorgt für angenehme Träume und hilft jungen Mädchen beim Übergang zum Frausein.
  6. Rosenblüten: dürfen in keiner Liebesräucherung fehlen.
  7. Lavendel: reinigt und desinfiziert die Luft und wirkt gleichzeitig beruhigend.
  8. Fichtenharz: heilt alte Wunden.
  9. Engelwurz: löst Ängste und schützt besonders Kinder vor Alpträumen.
  10. Minze: desinfizierend, erfrischend und weckt den Geist.
  11. Salbei: reinigt Räume energetisch nach Streitereien, wirkt aufbauend und gedächtnisstärkend.
  12. Baldrianwurzel: schafft einen Raum der Geborgenheit und der Harmonie.

Probiert doch das Räuchern über die „Perchtennacht“ aus und berichtet uns über eure Erfahrungen.

Eure rosa Kräuterfee

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.